Klarer Auftaktsieg

Um es mäßig auszudrücken war die Vorbereitung der Barnitzer Mannschaften nicht gerade das Gelbe vom Ei.

Mit harten Worten gesprochen könnte man beinahe von einer miserablen Einstellung sprechen. Fehlende Trainingsbeteiligung gepaart mit individuellen, wochenübergreifenden Urlaubsplanungen, die zugegebenermaßen auch jedem freistehen, mündeten allerdings in einer Reihe von nicht zufriedenstellenden Testspielen. Das Heimspiel gegen Freital entschied der Gast mit 1:0 für sich, viel Sehenswertes war bei uns schon dabei, aber am Ende zählt das Ergebnis. Gleich neun Buden brachte uns der Stadtoberligaaufsteiger Turbine Dresden als Gastgeschenk mit ins Käbschütztal. Entgegen lieferten wir im Übrigen wieder null. An einem Freitagabend gastierten wir in Lommatzsch und gaben vielversprechendes zum Besten, am Ende trotzdem nur 1:1. Im Nachhinein wurde das Remis noch, der weiteren Wochendplanung zum Opfer fallend, gebührend in den Lommatzscher Räumen betrunken. Sonntags drauf erwarteten wir die zweite Garde des TSV aus Cossebaude . Mehr Engagement und Leidenschaft bescherten uns immerhin 3 Tore, im Gegenzug aber auch 5 bekommen.

Die Aussichten auf den Saisonauftakt gegen Weinböhla II. waren also weniger gut. Trotz allem war die junge Truppe des LSV guter Dinge die ersten Punkte mit nach Hause zu nehmen. Auch Trainer S.Richter stand der Aufgabe nicht pessimistisch wie sonst gegenüber, sondern versprühte eine gesunde Kampfeinstellung, die auch auf alle übergehen sollte. Die Defensive musste sich mit einer neuen Ordnung zufriedengeben, die Außenstürmer der Heimseite sollten zunächst einige Freiheiten genießen um dann aus der kompakt besetzen Mitte heraus, noch vor dem Strafraum gestellt werden zu können. Ein feiner taktischer Schachzug von Richter, um wieder die 4-er-Kette zu umgehen.
Die bevorstehende Hitzeschlacht wurde schon noch 45 Sekunden zum ersten Mal unterbrochen. Ein unterschätzter langer Ball wurde vom TuS-Stürmer so weit vorgelegt, dass es für Hüter R. Scheer ein leichtes war den Ball unter sich zu begraben, leider entschied sich eben jener Stürmer nicht dafür den Ball in dieser Situation verloren zu glauben und trat unschön ins Gesicht unserer Nummer 1. Eine längere Behandlungspause, sowie einem nachträglichen Krankenhausaufenthalt waren die Folge. Im Übrigen nur Gelb für den Weinböhlaer. Glücklicherweise konnte K. Herr, ehemaliger Stammgröße im Barnitzer Kasten, die Aufgabe Scheers übernehmen. Zunächst gestaltete sich das fußballerische Angebot auf dem satten Grün als sehr rar. Bis zur 27. Minute musste der Barnitzer Anhang warten um das erste Saisontor durch A. Richter bejubeln zu dürfen. Nur 5 Minuten später verwandelte selbiger den Ball vom Punkt im Heimnetz. Auch F. Hartung trug sich verdientermaßen 120 Sekunden danach in die Torschützenliste ein.

Diese Drangphase nutzte S. Richter in der Halbzeitpause als positives Beispiel für den anknüpfenden Spielverlauf. Als ein eigentlich fälliger Elfmeter als Freistoß von der Strafraumkante deklariert wurde, entschied sich abermals A. Richter dafür, das Spielgerät eben aus dieser Position zu verwandeln. 0:4! Tempo raus und Verwalten war nun die Devise der Grün-Schwarzen. In dieser Phase entschied sich noch ein Weinböhlaer dafür vorzeitig die Sanitäranlagen aufzusuchen und bat um die Gelb-Rote Karte. In Überzahl und voll Souveränität gestallte nun Barnitz das Geschehen und erhöhte nach tollem Kombinationsspiel von Hennicke, Hartung und letztendlich A. Richter den 5:0 Endstand aus Gästesicht.

Schöne Spielzüge gepaart mit halbwegs zufrieden stellender Treffsicherheit des Sturms ergaben die ersten 3 wichtigen Punkte, wobei mit Verlaub gesagt sein muss, dass die zweite Mannschaft aus Weinböhla dieses Jahr wahrlich nicht den Ligaprimus stellt. Das Positive mitnehmen und das Negative abstellen – Fußball könnte wirklich einfach sein.

LSV: R. Scheer (K. Herr), B. Münch, M. Hennicke, R. Krumbiegel, J. Grübler, P. Scheil, M. Gültner (P. Kühn), P. Hennicke, M. Kühne, A. Richter (T. Weser), F. Hartung – S. Simon

Autor: L. Meyer